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Juni 15th, 2008 at 09:42

Geld investieren - Aktien Strategien für die Geldanlage

Wie investiere ich mein Geld richtig?
Diese Frage stellen sich die Menschen seit Jahrhunderten, wenn nicht gar seit Jahrtausenden. Im antiken Römischen Reich spekulierten Händler auf Getreide, das aus den Provinzen in die Hauptstadt gebracht wurde, wieder andere investierten im aufstrebenden England der industriellen Revolution in Eisenbahn, Kohlebergwerke oder Textilfabriken.


Beim Geld anlegen gibt es viele unterschiedliche Philosophien und unterschiedliche Ansätze, so auch an der Börse: Die einen setzen auf langfristige und stetige Investments kleinerer Beträge, wiederum andere gehen risikobewusster mit ihrem Geld um und kaufen Aktien kleiner, schnell wachsender Unternehmen. Ein Blick auf die verschiedenen Strategien. Bei der Wahl der richtigen Investmentstrategie spielen viele Faktoren eine Rolle, ein sicherlich entscheidendes Kriterium ist dabei die Risikobereitschaft des einzelnen Anlegers. Wer im alltäglichen Leben eher risikoscheu ist und die Ruhe und Sicherheit vom Sparkonto schätzt, sollte natürlich auch im Umgang mit seinen Finanzen und damit bei Investments an der Börse Vorsicht walten lassen.

Hier gilt es, nicht nur für den eigenen Kontostand,sondern auch das eigene Wohlbefinden eher eine konservative Strategie zu wählen, den sogenannten Value-Ansatz. Vorbild für den Value-Ansatz und die dahinter stehende Philosophie gilt Warren Buffett. Im Laufe seiner Karriere hat er es zu einem Kultstatus geschafft. Seine Strategie, sein Wissen und seine Intuition haben Berkshire Hathaway – seine Beteiligungsgesellschaft – zu einem der erfolgreichstenUnternehmen gemacht. Basis für diesen Erfolg ist die Einhaltung von fünf Regeln, die jeder Value-Investor befolgen sollte.

Wissen ist Macht: diese Gewissheit ist die Grundlage für jedes erfolgreiche Aktieninvestment. So sollte man sich eingehend mit dem Unternehmen beschäftigen und sich eine Meinung allein auf Basis dieser Daten bilden und nicht auf andere Einflüsse achten. Buffett empfiehlt hier, Aktien oder Aktienfonds kaufen, wenn die Masse sich nicht dafür interessiert. Wenn der Anleger also eine Unterbewertung sieht oder sie in seinen Augen günstig ist, dann ist der richtigeZeitpunkt zum Einstieg.

Ein gutes Beispiel ist die ehemalige Volksaktie der Telekom, nach dem Börsengang war der Hype riesig und die Preise für die T-Anteilscheine stiegen in den Himmel. Als der Telekom-Sektor nicht mehr gefragt war, sanken die Kurseins Bodenlose. Infolgedessen wollten alle nur noch möglichst schnell, die Wertpapiere verkaufen, um nicht noch mehr Verluste einzufahren. Eine weitere Lehre  daraus: Wer der Value- Investmentstrategie folgt, sollte sich langfristig orientieren.

Buffett drückt es soaus: „Wer nicht bereit ist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, der sollte sie nicht einmal zehn Minuten halten.“ Für ein erfolgreiches Investment mit dieser Strategie ist also ein langer Atem ebenso Voraussetzung wie Geduld. Entscheidend ist also, dass man von der Perspektive eines Unternehmens überzeugt ist und nicht auf einen kurzfristigen Trend aufspringt. Darüber hinaus ist Diversifikation das Zauberwort. Nie sollte einInvestor alles auf ein oder zwei Titel setzen. Vielmehr gilt es, die Risiken zu streuen und das Aktiendepot zu mischen.

Hierfür hat Buffett den Begriff „Arche-Noah-Ansatz“ geprägt, Risiken minimieren und die Anteilscheine im Depot aufeinander abstimmen, damit es keine Totalausfälle gibt. Entscheidend für Value-Investments ist, nur in Firmen, Fonds, Zertifikate und andere Wertpapiere zu investieren, wenn man das Investment auch wirklich versteht. Das heißt bei Aktien: Was produziert die Firma? Womit verdient sie ihr Geld? Welche Chancen kann die Zukunft bringen?

Bei Fonds und Zertifikaten kommt es darauf an, ob man lediglich in eine Wundertüte investiert und hofft, dass am Ende ein Plus herausspringt oder ob man detailliert weiß, auf was man sich einlässt. Berücksichtigt man diese Punkte, steht einer Karriere als Value- Investor nichts mehr entgegen. Growth – Wachstum. Eine andere Investmentstrategie ist der etwas risikoreichere Growth-Ansatz. Hier stehen vor allem Aktien von Unternehmen m Mittelpunkt, die über einen bestimmten Zeitraum mehr Chancen auf Wachstum haben als beispielsweise die gesamte Wirtschaft oder ein bestimmter Sektor. In denvergangenen Jahren zielte der Growth-Ansatz insbesondere auf Titel aus der Technologiebranche und auf Aktien von Unternehmen aus den Emerging Markets, die durch das rasante Wachstum der Schwellenländer höhere Renditen versprachen, aber eben auch ein beträchtlicheres Risiko in sich bergen und bargen.

Modernes Growth Investing setzt also vor allem auf Wachstumswerte. Dabei werden Gewinneinschätzungen von Analysten ebenso zurate gezogen wie etwa der Gewinn pro Anteilschein. Nur Titel, denen hohe zukünftige Gewinne und ein starkes Wachstum des Gewinns pro Aktie zugetraut werden, gelangen in das Portfolio von Growth-Investoren. Die Frage, zu welchem Aktienpreis diese Gewinnerwartungen gekauft werden und auf welcher fundamentalen Basis das Wachstum beruht, sind dabeinicht primär im Fokus. Bei Growth-Investments ist ebenso wie bei der Value-Strategie eine umfassende Information Basis jeglicher Entscheidungen.

Doch manchmal fällt es hier schwer, Prognosen zu entwickeln, weil insbesondere bei Technologieaktien – diese waren während der Neuer-Markt-Zeit bevorzugte Ziele von Growth-Investoren – die Firmen manchmal zu jung sind, um geeignete Faktoren für eine Anlage zu identifizieren. Infolgedessen sind Käufe von Wachstumstiteln fast immer ein Schwimmen mit dem Strom. Also ist ein richtiges Timing für das Aussteigen und Verkaufen sehr wichtig bei dieser Strategie. Während bei Value-Investitionen ein langfristiger Zeithorizont im Vordergrund steht, ist es beim Growth- oder Wachstumsansatz ein kurz- bis mittelfristiger. Denn zu schnell können sich bei jungen Unternehmen in einem dynamischen Umfeld die Marktgegebenheiten und Rahmendaten ändern. Folglich sollte bei den Investoren, die diesen Investmentstil und diese Strategie wählen, eine gewisse Risikofreude und Risikobewusstsein vorausgesetzt werden, dazu gehört auch die Bereitschaft, sich von Verlustbringern rechtzeitig zu trenen und sich nicht in eine Aktie zu verlieben.

Wenn man die Growth-Investmentstrategie dem Value-Ansatz gegenüberstellt, haben beide Vor- und Nachteile. An erste Stelle die unterschiedlichen Fristen, mit denen man sein Geld bindet, und an zweiter Stelle, wie schnell Gewinne realisiert werden. Während Growth-Investoren eher schnell Rendite sehen können, warten Value-Investoren ein wenig länger. Dafür entwickelt sich das Portfolio stetiger und werthaltiger. Zeit, Geduld und Risikobereitschaft sind also, wie bereits festgestellt, wesentliche Kriterien bei einer Investmentstrategie.

Doch schließen sich Value- und Growth-Stil nicht gegenseitig aus. Als Anleger kann man zwischen beiden variieren und die passende Strategie für bestimmte Sparziele wählen. Für die Vorsorge im Alter eher den konservativen Stil und für die größere Chance Growth. Doch diese beiden Strategien sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Zum einen gibt es viele Zwischenspielarten, zum anderen existieren auch andere erfolgreiche Strategien, die sich bewährt haben.

 

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